Vorträge Winter 2019-20: Biodiversität gestern und heute

Wo:
Im grossen Hörsaal des Instituts für Pflanzenwissenschaften (IPS) am Altenbergrain 21, 3013 Bern
Wann: 19.00 Uhr
Dauer: 1-1.5 h

Vortragsprogramm BBG Winter 2019-20

Montag, 11. November 2019
Gipfelflora im Klimawandel – Veränderung der Alpenflora über das letzte Jahrhundert
Sonja Wipf
Alpenpflanzen sind ikonische Botschafter der Berge. Früher wie heute haben sich deshalb Pflanzenfreunde aufgemacht, die Flora der alpinen Gipfel zu erforschen. Unsere Vorfahren trugen so Informationen über Verbreitung und höchste Vorkommen alpiner Pflanzenarten zusammen und dokumentierten ihre Funde und ihr Wissen in Herbarien und Publikationen. Durch den Klimawandel ist der Lebensraum der Alpenpflanzen heute grossen Veränderungen unterworfen. Die historischen Aufzeichnungen der «alten» Botaniker sind deshalb eine wichtige Referenz, um die Veränderung der alpinen Pflanzenwelt zu erforschen. Gipfel sind wie Dauerflächen, und Wiederholungen der historischen Vegetationsaufnahmen zeigen auf, wie sich die alpine Flora über das letzte Jahrhundert verändert hat. Die Artenzahlen auf Gipfeln sind über das letzte Jahrhundert stark angestiegen und wärmeliebendere Arten aus tieferen Lagen treten zunehmend auf, Hand in Hand mit der sich beschleunigenden Klimaerwärmung. Wird es nun den alpinen Spezialisten zu warm? Oder werden sie von den Arten aus tieferen Lagen verdrängt? Sonja Wipf vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF erzählt über die historischen Botaniker und ihre Forschungsarbeiten, zeigt, welche Bedeutung sie für die heutige Forschung haben und erklärt, wie sich die hochalpine Flora derzeit verändert.

Montag, 18. November 2019
Wie Botanik-Touristen die Flora des Walliser Saastals erforschten
Margrit Wyder
Die reichhaltige Flora des Saastals wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Amateurbotanikern und -botanikerinnen während ihrer Ferienaufenthalte zusammengetragen. Hauptsammler waren der SBB-Obermaschineningenieur Alfred Keller (1849–1925), der mit seiner Familie lange in Bern lebte, und der Zürcher Medizinprofessor Otto Naegeli (1871–1938). Ihr Herbarium gehört zu den umfangreichsten privaten Pflanzensammlungen der Schweiz. Ein Forschungsprojekt zum Herbarium Keller-Naegeli, das an der Universität Zürich aufbewahrt wird, hat die Wege dieser Botanik-Touristen verfolgt.

Montag, 2. Dezember 2019
Vom eroberten Land zum Renaturierungsprojekt – Geschichte der Feuchtgebiete in der Schweiz seit 1700
Matthias Bürgi / Martin Stuber
Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden die Flusstäler und Ebenen des Mittellandes periodisch überschwemmt, und die Böden waren mancherorts derart nass, dass an eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung oder gar an eine Überbauung nicht zu denken war. Welche Gründe haben zum Verschwinden der Feuchtgebiete geführt? Wir versuchen, die historische Entwicklung der Feuchtgebiete in der Schweiz weder als Fortschritts- noch als Verlustgeschichte zu schreiben. Im Vordergrund stehen vielmehr die unterschiedlichen historischen Akteure, ihre Ziele und Praktiken im zeitgenössischen Kontext sowie die Folgen ihres Tuns für Landschaft und Ökologie.

Montag, 16. Dezember 2019
Blühende Biodiversität: Ein Jahr mit Mission B
Isabella Sedivy / Sabine Tschäppeler / Stefan Eggenberg
Zusammen mit Isabella Sedivy vom Schweizer Fernsehen, Sabine Tschäppeler von Stadtgrün Bern und Stefan Eggenberg von Info Flora ziehen wir an diesem Abend eine erste Bilanz der breit angelegten Biodiversitätsaktion «Mission B», lanciert von
den öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehstationen der Schweiz und vielen Partnern, zu denen auch Stadtgrün Bern und Info Flora zählen. Wurden die ambitionierten Ziele erreicht? Welches sind die inspirierendsten Aktionen und Erfolge? Was könnte im nächsten Jahr noch getan werden und – wie könnten Sie selber mithelfen? Gemeinsam ziehen wir Bilanz zu Mission B und sammeln Ideen für das kommende Jahr.

Montag, 13. Januar 2020
Pittier wer? Botanist, Naturalist, Geograph…
Mürra Zabel
Henri Pittier (1857 Bex -1950 Caracas) wuchs in einer Umgebung auf, die den ungewöhnlich begabten Buben schon früh mit verschiedenen Wissenschaften in Kontakt brachte. Aber das Leben als berühmter Neotropen-Forscher begann für den jungen Botaniker erst, als er mit 30 Jahren nach Costa Rica auswanderte. Heute in der Schweiz kaum bekannt, gilt Henri Pittier in der internationalen Wissenschaftswelt als einer der bedeutendsten Forscher überhaupt. Über 10000 Pflanzen hat er als erster beschrieben, zahlreiche tragen seinen Namen, und nicht nur das…

Montag, 20. Januar 2020
Artenrausch zwischen Karibik und Anden – Kolumbiens Pflanzenwelt
Adrian Möhl / Nicolas Küffer
Im Februar 2019 hat der Botanische Garten Zürich gemeinsam mit kolumbianischen WissenschaftlerInnen eine Exkursion im östlichen Teil von Kolumbien durchgeführt. Kolumbien ist in vielerlei Hinsicht ein Land der Extreme – die atemberaubende, stupende und reichhaltige Vielfalt der kolumbianischen Pflanzenwelt soll in diesem Vortrag vorgestellt werden.

Montag, 27. Januar 2020
Schweizweites Messnetz für die Artenvielfalt
Christoph Bühler
Im Auftrag des Bundes schwärmen jährlich Dutzende von BiologInnen in die Schweizer Landschaft aus und erfassen die Vielfalt der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten. Das Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM ist eines der Projekte des Bundes, um Veränderungen der Artenvielfalt nachzuweisen. Im Vortrag wird erläutert, wie das BDM funktioniert, mit welchen Methoden gearbeitet wird und welche Trends sich für die Gefässpflanzen abzeichnen. Unter den über 1700 bisher erfassten Gefässpflanzenarten sind nebst vielen weit verbreiteten Arten auch etliche botanische Besonderheiten vertreten, von denen einige vorgestellt werden.

Montag, 10. Februar 2020
Der bunte Schatz der Sierra Nevada – Flora und Vegetation des Kalifornischen Hochgebirges
Deborah Schäfer / Stefan Eggenberg
Wer im heissen Sommer nach Kalifornien reist, hat das Glück, der Flora der «High Sierra», der kalifornischen Sierra Nevada zu begegnen. Die vielfältige Flora der berühmten Gebirgsnadelwälder und die Pflanzen der Felsen, Gebirgsrasen und Gebirgsbäche sind farbenprächtig und vermitteln spannende Einblicke in ökologische und biogeografische Zusammenhänge. So gibt an diesem Abend für die ZuhörerInnen einen wunderbar bunten und interessanten Blumenstrauss aus Kalifornien zu bestaunen.

Montag, 24. Februar 2020
Biodiversität in der Stadt Bern heute
Sabine Tschäppeler
Welches sind die besonderen Pflanzen- und Tierarten der Stadt Bern, wo liegen die artenreichsten Gebiete? Wie können diese Arten und Lebensräume erhalten und gefördert werden? Seit 2012 hat die Stadt Bern ein behördenverbindliches Biodiversitätskonzept, dessen 17 Ziele bis 2022 erreicht sein sollten. Im Vortrag wird über Erfolge und Schwierigkeiten in der Umsetzung des Biodiversitätskonzeptes berichtet und angekündigt, welche Projekte Stadtgrün Bern im Frühling 2020 starten wird.

Montag, 2. März 2020
Jahreshauptversammlung mit Kurzvorträgen