Vorträge 2016

Montag, 11. Januar 2016
Naturerlebnis Falklandinseln und Südpatagonien (Vegetation, Flora, Fauna, Landschaft)
Christoph Käsermann, Bernische floristische Beratungsstelle (BfB)
Die sturmumtosten Falklandinseln im Südatlantik vor Argentinien (Islas Malvinas) sind wegen der grandiosen Pinguinkolonien (inkl. Königspinguin), den Walen und Seeelefanten berühmt. Beispiele von Saunders- und Sea Lion Island zeigen jedoch, dass die auf den ersten Blick eintönig wirkende, baumlose Landschaft doch auch botanisch sehr interessant ist. Allerdings ist die Flora mit ca. 400 Arten relativ arm, davon sind über die Hälfte – meist europäische – Neophyten. Die Anden laufen im sturmumtosten und nassen Südpatagonien spektakulär aus. Berge wie Torres del Paine, Fitzroy oder Cerro Torre lassen viele Herzen höher schlagen. Die Flora ist attraktiv und hierzulande wenig bekannt. Die Vegetation, z.B. die Abfolge von der andinen Steppe (Pampa) zu den knorrigen Südbuchenwäldern, ist spektakulär. Typische Pflanzenarten sind z.B. Pantoffelblumen (Calceolaria sp.), Arten der Gattungen Azorella und Adesmia, der Notro („Feuerbusch“), grossblütige Orchideen wie Chloraea magellanica oder Arten der Familie Alstromeriaceae. Ein bunter Strauss ist garantiert gewürzt mit spektakulären Landschaften und faszinierenden Tieren.

Checkliste Falklandinseln, Flora (xlsx) Falkland Island - Pasture Plant Guide (pdf) Gattung Gaultheria in Chile (pdf) Important Plant Areas of the Falkland Islands (pdf) Orchideen in Torres del Paine (pdf) Flora Liste Patagonien (pdf) Flora Liste Patagonien (pdf) Vegetation ombrotropher Moore Südpatagonien (pdf) Flora von Chile in Zahlen (xlsx) Checkliste Vögel Südpatagonien Provinz Santa Cruz (pdf) Checkliste Vögel Südpatagonien Argentinien (xlsx) Karte Sea Lion Island (jpg)

Montag, 25. Januar 2016
Das Ruwenzori-Gebirge – Alpiner Riesenwuchs im Morast
Fritz Jakob, Rüderswil
Das Ruwenzori-Gebirge liegt in Ostafrika auf der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Es wird auch «Mondberge» oder wörtlich aus der Lokalsprache übersetzt «Regenmacher» genannt. Sie werden mit mir, ausnahmsweise bei sonnigem Wetter, die 5‘109 m hohe Margherita-Spitze und den fast 5‘000 m hohen Mt. Baker des dritthöchsten afrikanischen Gebirges erreichen. Es weist als eines von nur drei Gebirgen Afrikas Vergletscherungen auf. Wegen seiner hohen ökologischen Bedeutung wurde es Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Ich werde eine Menge Gefäßpflanzen, Moose und Tiere aus einem Gebiet zeigen, wo jeder Tag ein Sommer und jede Nacht ein Winter ist. Einmal gesehen wird man dieses Gebiet nie mehr vergessen!

Montag, 15. Februar 2016
Hydnora, Welwitschia & Co. − Botanische Schatzsuche im Diamantensperrgebiet und der Namib
Adrian Möhl, Info Flora
Wer meint das südliche Namibia hätte ausser Sand und Geisterstädte nichts zu bieten, der irrt. Die Flora zwischen Namaqualand und Spitzkoppe ist sehr vielfältig und das harsche Klima hat die Pflanzen gezwungen zu äusserst faszinierenden Überlebensstrategien zu greifen. Neben emblematischen Pflanze wie Welwitschia mirabilis sollen die wichtigsten Vegetationstypen und ein paar Perlen der Flora des südlichen Namibias vorgestellt werden. Dazu gibt es schier unendliche Weiten und heissen Wüstensand – genau das richtige für einen kalten Februarabend.

Montag, 22. Februar 2016
Hawaii – Die Spitze des polynesischen Dreiecks
Nicolas Küffer, Bern
Die hawaiianischen Inseln liegen mitten im Pazifischen Ozean rund 3600 km von Kalifornien entfernt. Aufgrund dieser Abgelegenheit ist die Flora reich an Endemiten (85−90 %), aber insgesamt eher artenarm (knapp 2500 Taxa). Einige Gattungen sind jedoch sehr artenreich, beispielsweise die verholzten Lobelien (125 Arten) oder die Zweizähne (Bidens). Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs und beherbergen sowohl den höchsten, als auch den mächtigsten Vulkan der Welt. Zudem gilt der Kīlauea auf der Insel Hawaii als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf der erkaltenden Lava siedeln in kurzer Zeit erste Pionierpflanzen wie die Eisenbaum-Art Metrosideros polymorpha und verschiedene Farne.

Montag, 7. März 2016
Fidschi und Neuseeland – von Kokospalmen und Kauri-Bäumen
Muriel Bendel, Bern
Das im Südpazifik gelegene Fidschi bezaubert nicht nur durch seine weissen Sandstrände, sondern auch durch seine eindrückliche Flora. Hier lassen nicht nur Kokospalmen ihre Früchte vom Meerwasser ausbreiten, sondern z. B. auch der stattliche Baum Barringtonia asiatica, ein Vertreter der Topffruchtbaumgewächse (Lecythidaceae), der seine grossen vierkantigen Früchte vom Meer von einer Insel auf die andere tragen lässt. Das ca. 2’000 km südlich von Fidschi gelegene Neuseeland beherbergt eine der speziellsten Floren der Welt: Rund 84% der neuseeländischen Pflanzenarten sind endemisch. Zu den neuseeländischen Endemiten zählen die Kauri-Bäume (Agathis australis), in ihrem Unterholz gedeiht der berühmte Silberfarn/Ponga (Cyathea dealbata), auf offeneren Flächen der bizarr aussehende Pseudopanax ferox, der wie unser Efeu zu den Araliengewächsen (Araliaceae) gehört. Grössenrekorde stellen nicht nur die uralten Kauri-Bäume auf: Die endemische Baum-Fuchsie (Fuchsia excorticata) wird bis über 12 m hoch und ist damit die grösste Art ihrer Gattung; sie lässt ihre bordeauxroten Blüten von Vögeln bestäuben und die süssen, saftigen Früchte wiederum von Vögeln verbreiten.

Montag, 14. März 2016
Jahreshauptversammlung mit Pflanzenrätsel und Bücherbörse
Für das Pflanzenrätsel max. 3 Fotos pro Person mit Angabe zum Fundort bis am 7. März 2016 an muriel.bendel@gmx.ch schicken.
Bücherbörse: Botanikbücher abgeben, tauschen oder mitnehmen.

Vortragsprogramm BBG Winter 2015-16 Flyer Vorträge BBG Winter 2015-16

Montag, 31. Oktober 2016
Entwicklung der Vegetation des Mittelmeerraumes mit Blick in die Zukunft
Petra Boltshauser-Kaltenrieder, Institut für Pflanzenwissenschaften, Uni Bern
Im Mittelmeergebiet kommen fast 20’000 Pflanzenarten vor, darunter rund 7‘000 Endemiten. Durch menschliche Einflussnahme seit dem Paläolithikum wurde die ursprünglich natürliche Vegetation zum grössten Teil verdrängt und durch Degradationsstadien ersetzt. Mittels paläoökologischen Untersuchungen von Seesedimenten in den drei Hauptvegetationszonen des Mittelmeerraumes, der thermomediterranen (Gorgo Basso, Sizilien), der mesomediterranen (Lago dell’Accesa, Toskana) und der submediterranen (Colli Euganei, Padua) Vegetationszone wurde die Vegetation der letzten 10‘000 Jahre rekonstruiert. Der Übergang von Urwäldern zu Macchia, Feldern, Wiesen und Weiden wird verdeutlicht und aktuelle Fragen aufgegriffen wie 1) Was verursachte die Ausbreitung und den Zusammenbruch der immergrünen Hartlaubwälder? 2) Welches sind die Zusammenhänge zwischen Klima, menschlichem Einfluss, Feuer und Vegetation? Im Rahmen der zukünftigen Klimaerwärmung ist das Verstehen dieser Zusammenhänge für eine Erhaltung der verbliebenen natürlichen Vegetation sowie für eine Erhaltung der heutigen artenreichen Kulturlandschaften im Mittelmeerraum überaus wichtig.

Montag, 7. November 2016
Die Farn- und Blütenpflanzen der Kanarischen Inseln
Herbert Sauerbier, Lauchringen, Deutschland

Montag, 21. November 2016
Die endemische Flora der Mittelmeerinseln und ihre Erhaltung
Bertrand de Montmollin, IUCN Mediterranean Plant Specialist Group
Die Mittelmeerinseln beherbergen eine bemerkenswerte, aber gefährdete Endemitenflora. Auf einigen der grössten Inseln steigt der Anteil der nur auf einer Insel wachsenden Arten auf über 10%. Die meisten dieser Endemiten sind sehr alte Elemente, die trotz der mehrtausenjährigen Präsenz des Menschen bis in die heutige Zeit überdauert haben – oft nur in kleinen und nur sehr lokal vorkommenden Populationen. Diese Endemiten erweisen sich als speziell verletzlich gegenüber direkten (Urbanisierung, Tourismus, Landwirtschaft) oder indirekten (Veränderungen der Wasserressourcen und des Klimas) Gefährdungsfaktoren. Die Bemühungen zu ihrer Erhaltung sind dringend und stellen eine komplexe Herausforderung dar.

Montag, 5. Dezember 2016
Biodiversitätskonzept Kanton Bern: Gratwanderung zwischen wissenschaftlich Notwendigem und politisch Möglichem
Urs Känzig, Amt für Landwirtschaft und Natur, Abteilung Naturförderung
In einem kantonalen Biodiversitätskonzept legt der Kanton Bern zur Zeit fest, wie er die Strategie Biodiversität Schweiz umsetzten will. Das Konzept besteht aus drei Teilen: 1) «Auftrag, Vision, Handlungsfelder», 2) «Ziele und Massnahmen», sowie 3) dem «Sachplan Biodiversität» als Herzstück. Teil 1) wurde vom Regierungsrat im November 2015 und Teil 2) im Juni 2016 genehmigt. Teil 3) ist zur Zeit in Erarbeitung.

Montag, 12. Dezember 2016
Das Pflanzenkleid der Mittelmeerländer
Martin Rikli alias Debi Schäfer, Stefan Eggenberg & Adi Möhl, Uni Bern und Info Flora

Flyer Vorträge BBG Winter 2016-17