Vorträge 2007

15. Januar 2007, Prof. Dr. Jürg Fuhrer, ART Zürich: Wiesen im Klimawandel
Mit dem Klimawandel ändern sich die äusseren Bedingungen für die Wiesen, was sich auf deren ökologischen und agronomischen Funktionen auswirken wird. Mit Hilfe von regionalen Klimaszenarien verbunden mit prozess-orientierten Modellen werden diese Veränderungen untersucht. Schwerpunkte bilden Wasserhaushalt, Bodeneigenschaften und Produktivität. Aus den Ergebnissen lassen sich Schlussfolgerungen für die künftige Nutzung und Pflege der Wiesen ableiten.

22. Januar 2007, Dr. Alexander Gallé, Universität Bern: Rekordsommer 2003: Wie stresstolerant sind die heimischen Bäume? Physiologische Untersuchungen an Flaumeichen im Wallis
Extreme Dürre- und Hitzeperioden, wie im Sommer 2003, werden im Rahmen des Klimawandels auch in Zukunft häufiger in Europa auftreten. Wie Pflanzen diesen Stresssituationen begegnen ist ein wesentlicher Aspekt im Bezug auf ihre Überlebenschancen am Standort. Stressbedingte Auswirkungen auf die Produktivität, d.h. Photosyntheseleistung, sowie blatt-interne Schutzmechanismen werden am Beispiel der Flaumeiche näher beleuchtet.

29. Januar 2007, Dr. André Michel, Bern: Botanische Rundreise durch Spanien – Diavortrag in Stereo-Projektion
Die schönsten Pflanzenfotografien aufgenommen auf zahlreichen Exkursionen: die Rundreise beginnt in Port Bou, weiter geht es über Andorra, Ordesa-Nationalpark (Monte Perdido), Burgos, Avila, Sierra de Gredos, Monfragüe (Estremadura), Sierra de Aracena (Sierra Morena), Álora, Torcal de Antequera (Andalusien), Sant Llorenç-Nationalpark (Catalonien) und zurück in die Französischen Pyrenäen.

12. Februar 2007, Adrian Möhl, Bern: Andalusien – von Igeltannen und Narzissenfeldern
Andalusien stellt ökologisch, geologisch und klimatisch keine Einheit dar, sondern vielmehr ein Mosaik von ausserordentlich verschiedenen Naturräumen. So findet man hier nicht nur die wohlbekannte, sonnenüberflutete Mittelmeerküste, sondern auch dicht bewaldete, grüne Gebirge, Salzsümpfe, die eigentümliche Vulkanlandschaften des Cabo de Gata oder die Halbwüsten von Tabernas. Auf einer Bilderwanderung von Ronda nach Almeria lernen wir dieses eigentümliche Stück Europa und insbesondere seine Frühlingsflora kennen.

19. Februar 2007, Marc Hämmerli, Universität Neuchâtel: Systematik der Frühlingsenziane
Die Frühlingsenziane umfassen rund 15 Arten mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Europa, aber auch Vorkommen in Asien, Nordamerika und Nordafrika. Die Gruppe umfasst einjährige und mehrjährige Arten, die mehrheitlich subalpine und alpine Habitate besiedeln. Weitreichende morphologische Gemeinsamkeiten machen die Systematik der Frühlingsenziane zum Gegenstand unterschiedlicher Forschungsansätze. An unserem Labor versuchen wir in mehreren Projekten sowohl die Beziehungen zwischen den Arten, wie auch der Populationen innerhalb einer Art auszuleuchten und damit Rückschlüsse auf die Systematik und die Entstehung der Artengruppe zu ziehen.

26. Februar 2007, Dr. Axel Paulsch, Regensburg: Waldstrukturen im Bergregenwald Ecuadors, oder warum manche Kolibris den Waldrand mögen
Ein Bergregenwald in den ecuadorianischen Anden wurde in Strukturtypen gegliedert, die eine wesentlich feinere Untergliederung des Waldes ermöglichen als bisherige Ansätze der Höhenzonierung. Gleichzeitig wurden pflanzenbesuchende Kolibri-Arten untersucht und ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Kolibris und den Waldtypen gefunden. Durch eine Erfassung des gesamten Vogelarteninventars konnte auch für andere Vogelarten gezeigt werden, dass sie bestimmte Waldtypen bevorzugen. Die Kartierung der Waldstruktur liefert also eine wertvolle und schnell zu erhebende Grundlage für die Untersuchung von Lebensgemeinschaften.

5. März 2007, Hauptversammlung, Kurzvorträge
Dr. Stefan Eggenberg, Bern: Welche Pflanzen haben Priorität? Von der Roten zur Prioritären Liste
Dr. Andreas Stampfli, Bern: Verwandeln sich Trockenwiesen unter extremer Trockenheit?

29. Oktober 2007, Prof. Dr. Markus Fischer, Universität Bern: Landnutzung und biologische Vielfalt in den Alpen
Der Übergang zur intensiven Landbewirtschaftung, die Nutzungsaufgabe von steilen und abgelegenen Flächen sowie die Ausdehnung des Siedlungsraums haben in den vergangenen Jahrzehnten in den Alpen einen beträchtlichen Verlust an Landschaftsqualität und an biologischer Vielfalt verursacht. Dieser Rückgang könnte durch eine konsequent zielorientierte Abgeltung von ökologischen Leistungen der Landwirtschaft gestoppt werden, ohne dass zusätzliche Mittel für die Agrarpolitik aufgewendet werden müssen. Die im Synthesebericht des NFP 48 vorgeschlagenen Änderungen des Direktzahlungssystems lassen Verbesserungen in der Landschaftsqualität, eine Erhöhung der biologischen Vielfalt und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Berglandwirtschaft erwarten.

5. November 2007, Beat Fischer, Bern: Pflanzenwelt der Blue Mountains und der Australischen Alpen
Australien beherbergt mit seinen rund 20'000 Pflanzenarten eine reiche Flora. 90 % aller Spezies gedeihen nur auf diesem Inselkontinent und sind endemisch. Das Land der “Blauen Berge” liegt westlich von Sydney und zeichnet sich durch eine Vielzahl von Lebensräumen wie trockenem Buschland, hängende Sümpfe, windzersauste Trockenwälder oder feucht Regenwälder aus. Feuer spielt eine wichtige ökologische Rolle und verschiedenste Proteaceen, Myrtaceen oder Mimosaceen sind bestens daran angepasst. Auf den höchsten australischen Bergen gedeiht sogar eine alpine Flora. Ob in den Kosciusko Mountains bei Canberra oder auf Tasmanien, oberhalb der Waldgrenze mit dem Schnee-Eukalyptus finden sich zwergförmige Pflanzen und Polsterpflanzen, die oft mit unserer Flora eine enge Gemeinsamkeit haben.

12. November 2007, Prof. Dr. Peter Linder, Universität Zürich: Zur Entstehung der Flora Capensis
Die Kapländische Flora weist möglicherweise die weltweit höchste Diversität auf. Die laufende Forschung zeigt, dass die Floren der meisten Kontinente an ihrer Entstehungsgeschichte beteiligt waren, die ältesten Elemente gehen vermutlich auf Gondwana zurück. Die grösste Diversifikation erlebte die Flora Capensis während der letzten 10 Millionen Jahre. Diese Periode zeichnet sich durch eine grosse Habitatvielfalt und das Fehlen bedeutender klimatischer Veränderungen aus.

19. November 2007, PD Dr. Andreas Hemp, Universität Potsdam: Kein Schnee am Kilimanjaro? Ein Berg im Wandel
Kilimanjaro, der höchste freistehende Berg der Welt, besitzt eine faszinierende Fülle gegensätzlicher Vegetations- und Klimazonen auf engem Raum: Die Spanne der Lebensräume reicht von trocken-heissen Dornbuschsavannen am Bergfuss, über üppige Baumgärten der Chagga an den unteren Berghängen, tropische Nebelwälder und alpine Heiden bis zur Gletscherregion. Trotz seiner Bekanntheit bietet der Kilimanjaro immer noch zahlreiche wissenschaftliche Rätsel und Überraschungen. Weltweite Klimaveränderungen führen nicht nur zum Rückgang der Gletscher, sondern bedrohen das gesamte Bergökosystem.

10. Dezember 2007, Dr. Pascal Vittoz, Université de Lausanne: Les carrés permanents de Suisse: un outil pour l'étude des changements environnementaux
Le projet PERMANENT.PLOT.CH a pour but d'établir un inventaire des carrés permanents de Suisse pour l'étude de la végétation. Les données obtenues sont analysées afin de mettre en évidence l'influence déjà observable des changements climatiques sur la végétation. De nouveaux carrés sont mis également mis en place pour suivre l'évolution de la végétation dans les prochaines décennies. Le conférencier présentera les résultats de ses recherches.