Vorträge Winter 2018–19: Bedrohte Vielfalt

Wo:
Im grossen Hörsaal des Instituts für Pflanzenwissenschaften (IPS) am Altenbergrain 21, 3013 Bern
Wann: 19.00 Uhr
Dauer: 1-1.5 h

Vortragsprogramm BBG Winter 2018-19

Montag, 5. November 2018
Eine naturkundliche Reise durch Georgien: Land der Vielfalt zwischen Steppe, Hochgebirge und Regenwald
Werner Huber, Universität Wien & NaturReisen OG
Eine naturkundliche Reise führt uns durch Georgien. Dort wo der Wein und das Goldene Vlies herkommen, dort wo seit dem 4. Jahrhundert das Christentum gelebte Religion und Kultur ist, gibt es auch eine Vielzahl an unterschiedlichen faszinierenden und uns kaum bekannten Naturlebensräumen: Im Osten dominiert die zentralasiatische Steppe mit nahezu endlosen Weiten, im Norden steigt der Große Kaukasus mit Urwäldern und blütenreichen Bergwiesen auf über 5.000 m hoch und im Westen an der Schwarzmeerküste befinden sich subtropische kolchische Regenwälder. Georgien, ein Land am Rande Europas, beherbergt an die 6.500 Pflanzenarten, wovon etwa 1.700 ausschließlich in Georgien beheimatet sind. In vielen Regionen wird Wein und Obst angebaut. Endlose Weizenfelder und riesige Weidegebiete prägen die Landschaften.

Montag, 19. November 2018
100 Jahre BBG – Ein historischer Rückblick
Vorstand der BBG

Montag, 3. Dezember 2018
Von klein bis riesig: Inselpflanzen im Indischen Ozean und ihre tierischen Partner
Dennis Hansen, Universität Zürich
Isolierte Inseln beherbergen viele endemische Tiere und Pflanzen. Inseln sind berühmt als Studiensysteme für Evolutionsbiologen – man denke an Darwin und seine Finken – aber sie haben auch viel für Ökologen zu bieten. Im Vergleich zu Festland-Ökosystemen beherbergen Insel-Ökosysteme weniger Arten, und somit auch weniger Wechselwirkungen. Diese Wechselwirkungen sind daher viel einfacher auf Inseln zu studieren. Pflanzen und Tiere finden sich nach der Ankunft auf einer Insel oft ohne ihre üblichen Partner (oder Feinde!) und müssen sich an das Zusammenleben mit anderen Organismen anpassen. Der Vortrag wird Highlights aus 20 Jahren Inselforschung und Naturschutzarbeit im westlichen Indischen Ozean im co-evolutionären Kontext von Pflanzen und deren Wechselwirkungen mit Tieren zeigen.

Montag, 10. Dezember 2018
Pflanzenartendiversität in Trockenrasen und Steppen der Paläarktis – Erkenntnisse von Forschungsexpeditionen der Eurasian Dry Grassland Group
Jürgen Dengler, ZHAW
Trockenrasen sind in Europa die artenreichsten Lebensräume für viele Tier- und Pflanzengruppen. Halbtrockenrasen im östlichen Mitteleuropa halten sogar die weltweiten Rekorde für Gefässpflanzenartenreichtum für Flächengrössen unter 100 m2, noch vor den tropischen Regenwäldern. Um den Mustern und Ursachen des enormen Artenreichtums von Gefässpflanzen, aber auch von Moosen und Flechten auf den Grund zu gehen, führt die Eurasian Dry Grassland Group (EDGG) seit 2009 jährliche Forschungsexpeditionen in wenig untersuchten Regionen der Paläarktis durch. Bisherige Ziele reichten von Spanien im Westen bis Sibirien im Osten und von Sizilien im Süden bis Polen im Norden. Neben bunten Impressionen von diesen Expeditionen, wird der Vortrag auch einige spannende Ergebnisse präsentieren sowie kurz die geplanten Forschungsexpeditionen 2019 vorstellen, die nach Armenien und in die inneralpinen Trockentäler der Schweiz führen.

Montag, 14. Januar 2019
Pflanzenmorphologie im Dienste der Biodiversitätsforschung – Blütentange (Podostemaceae) als bedrohte Spezialisten tropischer Wasserfälle
Rolf Rutishauser, Universität Zürich
Als Pflanzenmorphologe am ISEB-UZH untersucht der Referent seit Jahren Blütenpflanzengruppen, die – oft in Anpassung an den Standort – sonderbare Formen annahmen und sich dabei vom typischen Wurzel-Stängel-Blatt-Bauplan verabschiedeten. Dazu gehören mit der Gattung Utricularia die auch in Europa vorkommenden Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae), ebenso die in tropischen Wasserfällen und Stromschnellen gedeihenden Blütentange (Podostemaceae), welche mit dem Johanniskraut (Hypericum) verwandt sind. Das Beispiel der Blütentange zeigt die Wichtigkeit genauer Analysen von Pflanzenarchitektur und Entwicklungsmustern für die Taxonomie und Evolutionsforschung. – Um den wachsenden Hunger nach elektrischer Energie zu stillen, werden in Südamerika, im tropischen Afrika und in SO-Asien immer mehr Wasserfälle „verstromt“. Dies hat katastrophale Folgen für die Blütentange, von denen viele der weltweit gut 300 Arten sehr beschränkte Verbreitungsareale aufweisen. Blütentange lassen sich ausserhalb ihres natürlichen Habitats auch heute noch nicht kultivieren.

Montag, 21. Januar 2019
Juwelen in freier Natur – Päonien am Wildstandort
Walter Good, Paeonia GmbH
Päonien gehören zu den schönsten Gartenpflanzen. Am allerschönsten sind sie aber an ihren Wildstandorten, welche nur auf der nördlichen Halbkugel zu finden sind. Einen Päonien-Wildstandort in voller Blüte zu erleben ist etwas vom Schönsten. In der Präsentation stelle ich die Wildstandorte vor, die ich im Laufe der Jahre besucht habe.

Montag, 11. Februar 2019
Zustand der Biodiversität und Ökosystemleitungen in Europa und Zentralasien
Markus Fischer, Universität Bern
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES berichtet zum Zustand der Biodiversität und Ökosystemleitungen in Europa und Zentralasien. Der unter der Co-Leitung von Markus Fischer erarbeitete Bericht beschreibt den Istzustand, die Entwicklungstrends, die möglichen Ursachen für die beobachteten Veränderungen sowie die Vorstellung von Handlungsmöglichkeiten für politische und weitere Entscheidungsträger.

Montag, 18. Februar 2019
Pilze – Bedrohte Vielfalt, ein Werkstattbericht
Beatrice Senn, WSL

Montag, 4. März 2019
Jahreshauptversammlung mit Bücherbörse, Kurzvorträgen und
Vorstellung des Sommerprogramms