Vorträge 2014

Montag, 20. Januar 2014
Dr. André Michel, Bern:
Südafrika in 3D – Ein Potpourri interessanter Pflanzen und faszinierender Landschaften
Neben Stereo-Aufnahmen von einzigartigen Pflanzen der artenreichen Flora Südafrikas werden beeindruckende Landschaften von der Wüste bis zum Strand zu sehen sein. Ein reichhaltiges Allerlei einer Botanikreise aus dem Jahre 1997.

Montag, 27. Januar 2014
Franziska Witschi, naturaqua, Bern:
Flussrenaturierungen – die Aue kehrt zurück
Mitte des 19 Jahrhunderts wurden viele Schweizer Flüsse kanalisiert. Land wurde urbar gemacht, die Malaria eingedämmt, Siedlungen und Landwirtschaftsland liessen sich vor Hochwasser schützen. Gleichzeitig erfolgte aber auch eine schleichende Veränderung der flussnahen Lebensräume und der Vegetation: Uferdämme schnitten die vormals ausgedehnten Flussauen vom dynamischen System mit Hoch- und Niedrigwasser ab und im Umfeld von kanalisierten Flüssen sank der Grundwasserpegel langfristig ab. Was als ingenieurtechnische Meisterleistung für die damalige Zeit gilt, wird in der Gegenwart aufgrund gewonnener Einsichten differenzierter beurteilt. Der moderne Hochwasserschutz setzt nun vielerorts auf Renaturierungen. Was bedeutet dies vor dem Hintergrund der intensiven Nutzung flussnaher Gebiete?
Anhand des Projekts «aarewasser – Nachhaltiger Hochwasserschutz Aare Thun-Bern» werden zentrale Fragestellungen und Interessenkonflikte bei modernen Renaturierungsvorhaben aufgezeigt. Die bereits umgesetzte Renaturierung in der Hunzigenau bei Rubigen lässt Rückschlüsse zur Vegetationsentwicklung und zum Einfluss des Naherholungsdrucks zu.

Montag, 17. Februar 2014
Prof. Dr. Peter Kammer, PH, Bern:
Die Vegetation Ost-Australiens
Als die europäischen Siedler im 19. Jahrhundert nach Australien kamen, waren sie nicht gerade erfreut ob der Vegetation, die sie da antrafen: alles etwas grau und depressiv hängend. Dabei ist die Vielfalt an Vegetationstypen gerade entlang der australischen Ostküste ausserordentlich gross. Der Vortrag folgt einer Reise von den tropischen Regenwäldern des Nordens bis zu den kargen, aber artenreichen Heiden im Süden und stellt die typischen Vegetationstypen dieser Region, ihre charakteristischen Pflanzenarten sowie ökologischen Besonderheiten dar.

Montag, 24. Februar 2014
Monique Hunziker, Biovision Foundation for ecological development:
Das Biovision Farmer Communication Programme in Ostafrika
Fast eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Unterernährung und 70% der Armen in Entwicklungsländern leben auf dem Land. Der Grund hierfür liegt weitgehend in der nicht nachhaltigen Landwirtschaft, deren Auswirkungen auf die Umwelt und inkohärente politischen Rahmenbedingungen als Konsequenz der schwachen Verknüpfung zwischen Politik und Wissenschaft. Die Stiftung Biovision setzt sich für die Verbreitung und Anwendung ökologischer Methoden ein, die zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika führen und zugleich die Umwelt schonen. Das Biovision Farmer Communication Program (FCP) vermittelt praxisorientierte Informationen zu ökologischer Landwirtschaft und Tierhaltung, Prävention von Krankheiten, umweltfreundlichen Technologien und Einkommensförderung. Es ergänzt und erweitert dadurch die Biovisions-Basisprojekte in Ostafrika. Mit einer multimedialen Informationsvermittlung durch Zeitung, Radio und Internet, Handy und persönliche Beratung kann das FCP einen kontinuierlichen und adressatengerechten Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gewährleisten.

Montag, 3. März 2014
Adrian Möhl/Lionel Sager/Dr. Stefan Eggenberg, InfoFlora, Bern & Genf:
Nixkräuter und Hornblätter – zerbrechliche Unterwasserflora
Info Flora ist das Datenzentrum zur Schweizer Flora und sammelt somit auch alle Daten zur Verbreitung von Wasserpflanzen und seit neustem auch die Verbreitungsdaten der Armleuchteralgen (Characeen). Wasserpflanzen führen oft ein verborgenes Leben, sie wachsen an unzugänglichen Orten und ihre Bestimmung gilt als schwierig. Dies sind wohl alles Gründe, warum die Datenlage zu den Wasserpflanzen viel spärlicher ist, als die der übrigen Gefässpflanzen. Dabei wäre es gerade hier sehr wichtig, eine gute Datengrundlage zu haben, gehören die Wasserpflanzen doch zu den am meisten gefährdeten Pflanzen der einheimischen Flora.

Montag, 10. März 2014
Jahreshauptversammlung mit Bücherbörse

Montag, 6. Oktober 2014
Was ist Citizen Science? Grundlagen, Rahmenbedingungen, Folgen
Prof. Dr. Peter Finke, Bielefeld, Deutschland
Im Kern ist Citizen Science so alt wie die Aufklärung, und dies auf vielen Inhaltsfeldern bürgerschaftlichen Engagements. Aber die neue Bezeichnung eröffnet eine neue Chance: auf die große Bedeutung der institutionsfernen, selbstorganisierten, ehrenamtlichen Forschung hinzuweisen. Die Bürgerwissenschaft ist nämlich eine weithin kaum beachtete und unterschätzte, aber sehr ernsthafte und geradezu anarchisch anmutende Form lebensnaher, aktueller Forschung. Es geht ihr nicht um Spitzenleistungen und noch weitergehende Spezialisierung, sondern um die wichtige Dokumentation der Zusammenhänge des alltäglichen Wandels in unserem anschaulichen Lebensumfeld. Hier ist die Freiheit der Wissenschaft noch Realität, während sie in der universitären Berufswissenschaft angesichts der vielen Außeninteressen, die diese bedrängen. oft nur noch bruchstückhaft vorhanden ist. Deshalb ist die Kritik hieran eine wichtige Folge der neuen Wertschätzung für Citizen Science. Dies alles ist sehr modern. Es könnte im besten Falle dazu beitragen, dass auch die akademische Wissenschaft sich stärker als bisher veranlasst sieht, den bürgerfernen Elfenbeinturm zu verlassen und sich wieder mehr in der Mitte der Zivilgesellschaft anzusiedeln.

Montag, 27. Oktober 2014
PhaenoNet – Citizen Science am Beispiel jahreszeitlicher Beobachtungen
Eric Wyss, GLOBE Schweiz
„Citizen Science“ ist in aller Munde. Bürgerinnen und Bürger sind Teil wissenschaftlicher Netzwerke und tragen mit eigenen Beobachtungen und Messungen zu wissenschaftlichen Untersuchungen und Erkenntnissen bei. Die jahreszeitliche Beobachtung verschiedener Pflanzenarten ist dafür ein gutes Beispiel. Auf Initiative des internationalen Bildungsprogramms GLOBE Schweiz ist die Webplattform PhaenoNet entstanden, die Schulen und interessierten Laien die Möglichkeit bietet, jahreszeitliche Beobachtungen von Pflanzen zu melden. MeteoSchweiz nutzt diese Daten für eine breitere Abstützung ihrer eigenen phänologischen Beobachtungen und die ETH wird mit längeren Datenreihen den Einfluss des Klimawandels auf die Pflanzenphänologie untersuchen. Dabei treten Bürgerin, Lehrperson, Schüler und Wissenschaftler in einen Dialog.

Montag, 10. November 2014
Evolution MegaLab und Tagfaltermonitoring Deutschland: Möglichkeiten und Grenzen von Citizen Science
Dr. Christian Anton, Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle (Saale), Deutschland
Citizen Science ist kein neues Phänomen. Schon seit langer Zeit engagieren sich Bürgerinnnen und Bürger als Hobbyforscher in Vereinen oder Museen. In den vergangenen Jahren haben in Deutschland jedoch Forschungsorganisationen und auch die Politik das Potenzial entdeckt, welches in der Beteiligung von Laien an konkreten Forschungsfragen liegt. Der Vortrag zeigt an zwei sehr unterschiedlichen Projekten die methodischen Herausforderungen von Citizen Science auf.

Montag, 17. November 2014
Floreninventar der Stadt Bern (FLIB) – Herbstveranstaltung
FLIB Team, Bern

Montag, 15. Dezember 2014
Halbzeit der Kartierung: Zwischenbilanz der 'Flora des Kantons Zürich (FloZ)
Dr. Corina del Fabbro, Zürcherische Botanische Gesellschaft, Projektleiterin FloZ
Seit 2012 läuft das von der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft initiierte Projekt «Flora des Kantons Zürich». Ein grosses Ziel ist die systematische Erhebung der Pflanzenvielfalt auf Kantonsebene im Zeitraum von 2012 bis 2016. Nach drei Kartierjahren kann Bilanz gezogen und über Neufunde und die grössten Highlights berichtet werden. Ein zweites Projektziel ist die Entwicklung und Veränderung der Flora in den letzten 200 Jahren darzustellen. Ab dem nächsten Jahr werden deshalb ehrenamtliche Laien und Experten historische Daten systematisch aufarbeiten.