Vorträge Winter 2017-18

Wo:
Im grossen Hörsaal des Instituts für Pflanzenwissenschaften (IPS) am Altenbergrain 21, 3013 Bern
Wann: 19.00 Uhr
Dauer: 1-1.5 h

Flyer Vorträge BBG Winter 2017-18 Vortragsprogramm BBG Winter 2017-18

Montag, 6. November 2017
Wie entwickeln sich die Biotope von nationaler Bedeutung? Die Vegetation gibt Auskunft.
Ariel Bergamini (WSL, Birmensdorf)
Die Biotope von nationaler Bedeutung (Moore, Trockenwiesen- und weiden, Auen, Amphibienlaichgebiete) gelten als die Kronjuwelen der Schweizer Schutzgebiete. Doch entwickeln sich diese Biotope trotz ihres gesetzlichen Schutzes gemäss den Zielen des Naturschutzes? Können sich z. B. seltene Pflanzen in den Gebieten halten oder sterben sie trotz Schutz nach und nach aus? Diesen Fragen geht ein langfristiges Monitoringprojekt nach, bei dem Vegetationserhebungen eine zentrale Rolle spielen.

Montag, 20. November 2017
Vom Paradies zum Botanischen Garten
Verena Wiemken und Thomas Boller (Universität Basel)
Im biblischen Garten Eden lebten Adam und Eva in einer symbiotischen Einheit mit der Natur. Seit dem Sündenfall sehnen sich die Menschen nach dem Paradies zurück und versuchen, es in einer kleinen Form nachzubauen, wie uns jedes Blumenfenster und jeder Bauerngarten beweist. Seit dem Biss in den Apfel ist der Mensch aber auch von einem Entdeckungsdrang geprägt, und der Anspruch ans Paradies wurde besonders seit der Entdeckung der Neuen Welt immer grösser – es sollte alle bekannten Pflanzen der Welt umfassen. Aus diesem Streben heraus entstanden die Botanischen Gärten als Hort für wissbegierige Pflanzenliebhaber; sie sind aber auch Orte der Begegnung, Besinnung und Poesie.

Montag, 4. Dezember 2017
Flower Power aus Kalifornien
Beat Fischer (BAB – Büro für Angewandte Biologie, Bern)
Kalifornien gilt nicht nur als Geburtsort der Flower Power Bewegung, sondern auch als botanischer Hotspot. Rund 6'300 einheimische Arten gedeihen im drittgrössten US-Bundesstaat. Dazu zählen mit dem Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) der höchste, mit dem Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) der mächtigste und mit den Langlebigen Kiefern (Pinus longaeva) die ältesten Bäume der Erde. Der farbige Blumenstrauss führt uns ins nebelreiche Küstengebirge, zur imposanten Gebirgsvegetation der Sierra Nevada und ins Tal des Todes (Death Valley) mit seiner beeindruckenden Wüstenflora.

Montag, 11. Dezember 2017
Westöstliche Flora im Hochland von Armenien
Stefan Eggenberg (Info Flora, Bern)
Das kleine Armenien (rund zwei Drittel so gross wie die Schweiz) im südkaukasischen Hochland hat mit fast 3400 Pflanzenarten eine unglaubliche Artenvielfalt. Sie setzt sich zusammen aus Arten mediterraner, europäischer und asiatischer Florenregionen. Das Land zeigt daher nicht nur kulturell, sondern auch botanisch seine Brückenfunktion zwischen Orient und Okzident. Mit einprägsamen Pflanzen-, Vegetations- und Landschaftsbildern wird die Vielfalt des armenischen Hochlandes näher gebracht.

Montag, 15. Januar 2018
3D-Blumenstrauss mit Highlights aus unzähligen Exkursionen
André Michel (Bern)
Zum Gedenken an die Ära der Stereo-Fotografie auf Dia-Film (1977–2017), sowie an die Freundschaft mit Konrad Lauber (1957 bis immerwährend) und zum 85. Jubiläum meiner Freude an der Natur auf unserem Planeten

Montag, 22. Januar 2018
Eine der ersten Botanikerinnen der Schweiz: Marie Brockmann-Jerosch und ihr Einfluss auf die Erforschung der Eiszeitgeschichte der Alpenpflanzen
Rolf Holderegger (WSL, Birmensdorf)
Um 1900 war die Botanik in der Schweiz im Umbruch: Pflanzenökologie und Pflanzensoziologie waren gross im Kommen. In dieser Aufbruchsstimmung studierte und doktorierte Marie Brockmann-Jerosch in Zürich. Ihr Name ist verbunden mit so illustren Wissenschaftlern wie Carl Schröter, Albert Heim oder Heinrich Brockmann-Jerosch; mit letzterem war sie verheiratet. Bekannt wurde Marie-Brockmann-Jerosch durch ihre zusammenfassenden Übersichtsarbeiten zur eiszeitlichen Geschichte der Alpenflora (z.B. in Carl Schröter's “Pflanzenleben der Alpen”). Dabei standen Fragen im Vordergrund wie: wo welche Alpenpflanzen die Eiszeiten überdauerten und wie die Wiederbesiedlung der Alpen nach den Eiszeiten vor sich ging. Besonders kritisch war Marie Brockmann-Jerosch gegenüber der Eiszeitrelikttheorie von Gustav Hegi, an der sie kein gutes Haar liess.
Die Schlussfolgerungen zur Eiszeitgeschichte der Alpenflora, die Maire Brockmann-Jerosch um 1900 formulierte, erlebten anfangs des 21. Jahrhunderts einen neuen Frühling. Genetische Methoden ermöglichen es nämlich, nun die alten Hypothesen von Marie Brockmann-Jerosch zu überprüfen. Sie zeigen klar auf, dass diese frühe Forscherin fast in allen Punkten recht hatte.
In diesem Vortrag wird der spannenden Periode der Botanik in der Schweiz um 1900 nachgegangen und es wird der Anteil von Marie-Brockmann Jerosch dabei beleuchtet. Der Vortrag zeigt vor allem, inwiefern ihre Schlussfolgerungen von damals heute noch Geltung haben und was diese für die heutige Forschung bedeuten. Also eine Art Verbeugung vor einer der ersten Botanikerinnen der Schweiz, die zu internationalem Ruhm gelangte.

Montag, 29. Januar 2018
Die endemische Pflanzenwelt der Galapagosinseln: über Tiere, die von ihr abhängig sind und ihre Gefährdung durch invasive Arten
Jürg Stöcklin (Emeritus, Universität Basel)

Montag, 19. Februar 2018
Faszination der Entdeckung und Erforschung der Kakteen
Reto Nyffeler (Universität Zürich)

Montag, 26. Februar 2018
Alpenpflanzen im Klimawandel
Christian Körner (Emeritus, Universität Basel)

Montag, 5. März 2018
Jahreshauptversammlung mit Kurzvorträgen und
Vorstellung des Sommerprogramms zum 100. Jubiläum der BBG